Gründe für verstopfte Milchkanäle

Ist ein Milchkanal verstopft oder blockiert, führt dies dazu, dass er nur schwer oder unzureichend entleert werden kann. An der blockierten Stelle entsteht ein Milchstau, der aufgrund des Drucks lokale Schmerzen verursachen kann; auch ein Knoten kann sich bilden.
Stillende Mutter mit abgedrückten Milchgängen

Verstopfte Milchkanäle haben nicht immer eine eindeutige Ursache. Meist jedoch liegt der Grund in einer unzureichenden Entleerung der Brust. Der Hintergrund hierfür ist oft das falsche Anlegen des Babys, enge Kleidung um die Brust, Operationsnarben oder lange Abstände zwischen den Stillmahlzeiten. Verstopfte Milchkanäle können unbehandelt auch zu einer Mastitis führen.

Anzeichen für einen verstopften Milchkanal

Oft treten die Anzeichen für einen verstopften Milchkanal allmählich auf. So kann er sich als weicher, etwa erbsengrosser Knoten bemerkbar machen; manchmal entsteht auch eine kleine weisse Blase auf der Brustwarze. Die Brust ist empfindlich und in manchen Fällen ist der Knoten klar abgegrenzt. Der Bereich sollte wenig oder keine Wärme ausstrahlen und es sollte keine Rötung oder Fieber (< 38,4 °C) auftreten. Manche Babys werden quengelig, wenn sie von der betroffenen Brust trinken, weil der Milchfluss eingeschränkt ist. Der allgemeine Gesundheitszustand der Mutter wird durch verstopfte Milchkanäle nicht beeinträchtigt.

Untersuchung verstopfter Milchkanäle

Ein Besuch bei einer Stillberaterin oder Hebamme ist der erste notwendige Schritt. Ist die Brust gerötet, so ist sie oft auch geschwollen. Tritt Fieber oder Unwohlsein auf, liegt eventuell eine Mastitis vor.

Behandlung

Zusammen mit einer Stillberaterin oder einer medizinischen Fachkraft sollte ein Plan aufgestellt und seine Einhaltung überwacht werden. Entscheidend bei der Behandlung verstopfter Milchkanäle ist das Entfernen der Milch aus der blockierten Zone.

Zusammen mit der betreuenden Fachperson können die folgenden evidenzbasierten Strategien umgesetzt werden:

  • Hilfe bei der Positionierung und dem Anlegen des Babys, Ausprobieren verschiedener Stillpositionen, um den Milchstau zu lösen
  • Zuerst Stillen an der betroffenen Brust sowie häufiges Stillen zur Auflösung des Milchstaus mit maximal drei Stunden zwischen den Stillmahlzeiten und 8–12 Stillmahlzeiten pro Tag
  • Massage der betroffenen Stelle vor und während des Stillens; Brustmassage unter der warmen Dusche
  • Vorübergehend Abpumpen nach dem Stillen oder Ausstreichen mit der Hand
  • Verzicht auf das Tragen enger Kleidung wie z. B. Bügel-BHs
  • So viel Ruhe wie möglich
  • Wärmen der Brust mit Wärmekissen vor dem Stillen, um den Milchfluss anzuregen; Kühlen der Brust mit Kühlakkus nach dem Stillen, um Schmerzen und Entzündung zu lindern

Falls sich der Milchstau nach 24–48 Stunden nicht gelöst hat, grippeähnliche Symptome auftreten oder eine Verschlechterung eintritt, sollte ein Arzt hinzugezogen werden, da verstopfte Milchkanäle zu einer Mastitis führen können.

Studienabstracts
S3-Guidelines for the Treatment of Inflammatory Breast Disease during the Lactation Period: AWMF Guidelines, Registry No. 015/071 (short version)

Breastfeeding is widely acknowledged to be the best and most complete form of nutrition for healthy infants born at term and is associated with numerous ...

Jacobs A, Abou-Dakn M, Becker K, Both D, Gatermann S, Gresens R, Groß M, Jochum F, Kühnert M, Rouw E, Scheele M, Strauss A, Strempel AK, Vetter K, Wöckel A (2012)

Geburtshilfe Frauenheilkd. 73(12):1202-1208
Literaturhinweise

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Jacobs, A. et al. S3-Guidelines for the Treatment of Inflammatory Breast Disease during the Lactation Period: AWMF Guidelines, Registry No. 015/071 (short version) AWMF Leitlinien-Register Nr. 015/071 (Kurzfassung). Geburtshilfe Frauenheilkd. 73, 1202-1208 (2013).